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Keiner ihrer Freunde ahnt zunächst, dass sie etwas Besonderes
ist. Kendra, ihre Wohnungs-Genossin, wundert sich allerdings
über ihre Nachtaktivität, und Sketchy, einer ihrer
Kumpels vom "Jam Pony"-Kurierservice, bewundert
sie, nachdem sie ihn mit Taktik und Geschick aus einer haarigen
Affäre mit einer Kundin befreit hat.
Max ist das Produkt des "Genprojekts Manticore",
dessen Ziel es war, Krieger mit außergewöhnlichen
Eigenschaften zu erschaffen, Supermenschen, die unbesiegbar
sind. Aber das Ziel wurde nicht ganz erreicht, wie sich nach
einigen Jahren herausstellte. Neben ihren außergewöhnlichen
Fähigkeiten hatten diese kleinen Krieger auch einen fatalen
Konstruktionsfehler in ihrem Nervensystem, der sie zwang,
nach gewisser Zeit ein Medikament zu sich zu nehmen, um nicht
jämmerlich zugrunde zu gehen. Als alle Kinder dieses
Projekts getötet werden sollen, gelingt es zwölf
von ihnen, aus dem geheimen Genlabor in den Bergen von Wyoming
zu fliehen.
Bei der Flucht wird Max von den anderen getrennt. Es gelingt
ihr, durch die Maschen ihrer Häscher zu schlüpfen
und unterzutauchen. Zehn Jahre später, nachdem ihr allmählich
bewusst wurde, wer und was sie ist, will sie ihre "Leidensgenossen"
wiederfinden. Der Zufall will es, dass Max bei einem Einbruch
auf Logan Cale stößt. Der junge Mann aus reicher
Familie hat es sich zur Aufgabe gemacht, mit seinem Piraten-Kabelsender
"Eyes Only" Missstände anzuprangern und korrupte
Führungspersönlichkeiten zu entlarven.
Logan ist neugierig auf dieses außergewöhnliche
Mädchen, das seinen Hausfrieden gestört und seine
Bodyguards mit Links auf die Bretter gelegt hat. Mit hochmoderner
Technik und Beharrlichkeit schafft er es, Max ausfindig zu
machen und hinter ihr Geheimnis zu kommen. Er findet den richtigen
Weg, sie mit kleinen Aufmerksamkeiten und überraschenden
Informationen neugierig zu machen, mit dem Ziel, sie für
"Eyes Only" zu gewinnen. Aber Max lässt sich
nicht so leicht einfangen ...
Hintergrund
Das Zünden einer Atombombe mit einem elektromagnetischen
Impuls hat alle Daten ausgelöscht und die USA in ein
Entwicklungsland zurückverwandelt, in dem Korruption
und Kriminalität herrschen. In diesem post-apokalyptischen
Chaos schlägt sich die 18-jährige Max Guevara im
Jahr 2019 als Fahrradkurierin und Gelegenheitsdiebin durch.
Max ist bildhübsch und sehr cool - doch hinter der smarten
Fassade verbirgt Max ein düsteres Geheimnis: Sie wurde
in einem Genlabor erschaffen und verfügt über außergewöhnliche
Fähigkeiten. Aus dem Stand springt sie über meterhohe
Zäune, mit ihren scharfen Ohren hört sie das kleinste
Geräusch und wer ihr Ärger macht, der baumelt auch
schon mal kopfüber aus dem Fenster - nur gehalten von
Max' Hand. Mit diesen Stärken schlägt sich Max im
apokalyptischen Seattle durchs Leben - immer noch gejagt von
den Machern des Genlabors, denen sie als Kind entkam. Heute,
zehn Jahre nach dem Ausbruch, macht sie sich auf die Suche
nach ihren Freunden.
Der Enthüllungsjournalist Logan Cale hilft Max bei der
Suche. Als Gegenleistung unterstützt sie ihn bei der
Aufdeckung von politischer Korruption und Kriminalität.
So wird Max, ganz gegen ihre eigenen Überzeugung, zur
Kämpferin für das Gute: zum "Dark Angel".
Und sie kommt mit Logans Hilfe dem Geheimnis ihrer eigenen
Identität, der Suche nach ihrer Mutter und den anderen
geflohenen Kindern, auf die Spur. Auf der Suche nach den zwölf
Geflohenen ist aber auch Colonel Lydecker, der ehemaliger
Sicherheitschef des Projekts. Sein Auftrag: Die Zwölf
zu eliminieren!
Literarische Vorbilder
Für das Setting und die Story der Serie gibt es eine
Reihe von Vorbildern. Das düstere Amerika wurde bereits
in den Cyberpunk-Romanen von William Gibson und Bruce Sterling
geschaffen. Hier treffen High-tech und Low-life, die elektronisch
aufgerüsteten Reichen und Mächtigen sowie die auf
der Straße lebenden Kleinkriminellen aufeinander. Man
kennt das bereits aus "Johnny Mnemonic", das nach
einer Story von Gibson entstand. Auch dass die Hauptfigur
Fahrradkurier ist, entstammt dem Hirn dieses erfolgreichen
Autors: Sie taucht zuerst in seinem Near-future-Krimi "Virtuelles
Licht" auf.
Genetisch oder anderweitig von den Militärs veränderte
Menschen tauchen in den amerikanischen Medien allenthalben
auf. Diesen skrupellosen Machtmenschen und besonders der Regierung
ist absolut alles zuzutrauen. Durchaus berechtigt, wie die
jüngsten Berichte über Radioaktivitätstests
an Personen wieder mal enthüllt haben. Horrorautoren
wie Stephen King ("Feuerkind") oder Dean Koontz
("Geschöpfe der Nacht") haben Millionen mit
solchen begründeten Phantasien verdient.
In "Dark Angel" mündet dieses Thema in der
Suche nach der eigenen Herkunft, nach Max' Mutter. Hat sie
willentlich oder unfreiwillig an den Experimenten teilgenommen?
Warum hat sie dies ihrem Kind angetan? Lebt sie überhaupt
noch? Diese und andere Fragen müssen Max und Logan sowie
die elf anderen entkommenen Mutanten klären. Erst dann
können sie ruhen. Oder einen Krieg gegen die Verantwortlichen
beginnen.
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